[TYPO3-german] Google Analytics im Visier der Datenschützer

Andreas Becker ab.becker at web.de
Fri Jan 14 02:30:16 CET 2011


Danke Stephan

das du United Internet erwaehnst. Wer ist den bei Web.de, gmx.net, und wie
sie noch alle heissen?

Wie bereits erwaehnt verdient Google sehr gutes geld damit und die die es
ihnen versuchen gleich zu machen ebenso. Hier bei uns gibt es immer mehr so
genannte SEO Firmen die ihr Seomarketing anpreisen und die machen im grunde
auch nichts anderes. Eben etwas kleiner oder sie haben interne verbindungen
zu den grossen. Money makes the world go round! Das was man nicht direkt
selber bekommen kann kauft man sich einach ueber umwege ein.

Die die sich nach wie vor  noch unter ihrer Bettdecke verstecken um nicht
erfasst zu werden haben schlichtweg noch nicht gemerkt das sie bereits
durchgescannt wurden. Je mehr Gesetze und beschraenkunen es in Deutschland
gibt je mehr Anbieter werden D ade sagen und sich zumindest mit den
lukrativen Geschaeften in das benachbarte freie Ausland absetzen und dort
fuer guenstige Arbeitsplaetze sorgen.

Die EUirisierung tut hier den weg bereiten - und schafft ja auch uns hier
gewaltige Probleme - da man die Dienste die man frueher im Fernen Osten und
Indien suchte nun gleich um die Ecke fuer bessere Konditionen erhaelt
innerhalb der EU. Und wie Stephan richtig sagt, es ist sehr viel arbeit
seine Webseiten SEO technisch zu warten - taeglich - und das lassen sich
inzwischen immer mehr sehr gut bezahlen.

Die gewonnen Daten in diesen Firmen sind meist allgemein bekannt und eine
"vertraulichkeits-vereinbarung" nimmt man hier auch mit einem schmunzeln
entgegen da man bereits vor der Unterzeichnung weiss, dass die Daten gold
wert sind und sich sehr gut verkaufen lassen.

Jeden Tag erhalte ich in meinem Office mindestens einen Anruf aus HongKong
oder Indien die uns anbieten entweder Daten zu sammeln oder die nach eMail
Adresse(n) und anderen Daten fragen. Das nervt gewaltig aber man kann sich
nicht dagegen schuetzen oder wehren und bei dem richtigen Preis verkauft
dann womoeglich auch dein bester Mitarbeiter genau das was er nicht tun
sollte - die Identitaet anderer. Nicht umsonst gibt es ja die deutsche
Redensart: "
Der wuerde noch seine eigene Grossmutter verkaufen!"
Diese gibt es in aehnlicher Form sicher in jeder Sprache und jedem Land.

Gesetze hin und her was kann TYPO3 und die die damit arbeiten tun um selber
nicht unter die Raeder zu kommen?

oder einmal anders gedacht. Wie waere es mit einer Unterstuetzung durch
Google?

Andi



2011/1/14 Stephan Schuler <Stephan.Schuler at netlogix.de>

> Hallo zusammen.
>
>
> Dass die Diskussion über "was will Google" und "was wenn Google böse wird"
> ist offensichtlich eine recht interessante, sie ist aber auch schon recht
> alt.
> http://video.google.com/videoplay?docid=-7704588734655107458
> Wenn man vergleicht was vor drei Jahren als böse Datensammelei aufgeführt
> wurde und was heute kommentarlos zum Alltag gehört hat sich die Gesellschaft
> schon sehr verändert.
>
> Mehr zu "was wenn Google böse wird" nach meiner Meinung zu den jüngsten
> Ereignissen, ich will diese nur nicht unnötig länger aufschieben.
>
>
> Zur aktuellen Situation.
>
> Dieser Hamburgische Dateschutzmensch hat einige Kritikpunkte am aktuellen
> Google Analytics, Google dagegen stellt sich auf den Standpunkt, hier sei
> schon alles in Ordnung. Insbesondere wird die rechtliche Situation und die
> Tatsache angesprochen, dass nicht Google als Analysedienstanbieter sondern
> der einzelne Webseitenbetreiber dafür verantwortlich ist (wohl, weil in
> erster Linie er die Daten seiner Kunden weiterreicht, was aber ebenfalls
> keine große Rolle spielt). Und genau dieser Punkt sollte für uns hier
> heruasgehoben werden. Ob oder ob nicht der Google-Dienst "Analytics"
> zulässig ist brauchen wir eigentlich nicht weiter zu erörtern, das wird Herr
> Caspar vermutlich letztendlich im Rahmen einer richterlichen Entscheidung
> feststellen lassen. Insofern bleibt uns hier aktuell nur eine
> Risikobewertung (werden wir oder werden wir nicht Opfer/Teilnehmer enes
> einer angestrebten Musterprozesses). Hier die gleiche Diskussion zu führen
> die Herr Caspar mit Google führt wird uns jedenfalls einer Lösung nicht
> näher bringen wie sich Google und Caspar bereits gekommen sind.
>
> Aus unterschiedlichen Quellen liest man unterschiedliche Punkte. Nachdem
> ich die Situation zur Zeit noch teilweise ähnlich sehe wie Lars (die
> Aussagen von Herrn Caspar sind wohl nicht völlig aus der Luft gegriffen,
> aber eben auch keine Neuigkeit) hab ich die unterschiedlichen Quellen teils
> nur überflogen. Den großen Reim drauf kann ich mir auch machen, ohne dass 20
> Redakteure die Aussage eines engagierten Datenschützers bewerten und
> kommentieren.
>
> Die Kritikpunkte (die ich zumindest rechtlich nachvollziehen, wenn auch
> selbst nicht ganz befürworten kann) sind meines Wissens:
> * Es haben zu wenige Menschen die reale Möglichkeit auf ein Opt-Out
> (Browserspezialisierung bei OptOut-Buttons)
> * IP-Adressen werden nicht zwingend verkürzt übertragen
> * Die Daten gehen grundsätzlich in die USA
> * Google möchte mit seinen Kunden keine ADV treffen wie sich Herr Caspar
> vorstellt dass der gesetzliche Rahmen in Deutschland fordert
>
> Einen OptOut-Button halte ich persönlich für minestens fragwürdig.
> Natürlich muss den Gesetzgeber nicht interessieren, wie eine per Vorschrift
> erzwungen Lösung tatsächlich realisiert ist. Ich stelle mir nur vor: Ich
> will nicht, dass meine Daten via Google Analytics getrackt werden. Meine IP
> ändert sich mindestens täglich. Heißt das, dass ich zwingend den
> Google-Tracking-Cookie erlauben muss und ein Google-Konto besitzen durch
> deren Verknüpfung die Google Analytics-Datenbank dann ermittelt, dass
> ausgerechnet mein Klick nicht gespeichert werden soll? Insbesondere stelle
> ich mir dann auch die Frage, ob sich ein bewusstes Out-Out aus dem
> Google-Analytics-Netz (generell: Benutzerprofilierung und dadurch
> zielgerichtete Werbung, was bei durchgeführter Nichtteilnahme wohl
> statistisch geringere Werbeeinnahmen durch mich bedeutet) auf die Qualität
> meiner Suchtreffer auswirkt. Nachdem Google meine Suchergebnisse auch
> inhaltlich personalisiert (Google weiß ja, was ich in den letzten Jahren
> gesucht habe) muss Google nicht mal bewusst böse werden um eine schlechtere
> Qualität der Suchergebnisse zu produzieren, es könnte schlichtes Resultat
> der technischen Gegebenheiten sein.
>
> Die Verkürzung der IP-Adressen ist gleichermaßen Fluch und Segen. In diesem
> Zusammenhang steht die geolokalisierung der Besucheranzeige im Analysetool.
> Die letzten beiden Zifferngruppen zu entfernen (so meines Wissens die von
> Google implementierte Variante) bedeutet effektiv, dass sich nicht einmal
> das Bundesland meiner Besucher sinnvoll ermitteln lässt. Wer zielgerichtet
> Inhalte veröffentlicht und anhand der erfolgten Suchergebnisse seine
> zukünftigen Veröffentlichungen so plant dass er möglichst genau seine
> Zielgruppe erreicht, wird die fehlende oder nicht mehr zuverläsige
> Geolokalisierung sicher vermissen. Herr Caspar kritisiert, dass der
> Webseitenbetreiber die Verkürzung bewusst aktivieren muss und häufig weder
> von der Möglichkeit noch von der Notwendigkeit weiß. Hier stimme ich ihm zu:
> Wenn es ein entsprechendes
> Gesetz gibt, könnte Google dem auch völlig ohne Nutzerzutun Folge leisten
> und grundsätzlich alle IPs verkürzt speichern, die in Deutschland beheimatet
> sind.
>
>
> Zum Schluss möchte ich noch kurz die Idee kommentieren, eine lokale eigene
> Alternative zu Google Analytics auf einem eigenen Server zu betreiben.
>
> Grundsätzlich ist man natürlich verpflichtet, die gleichen rechtlichen
> Rahmenbedingungen zu erfüllen wie es auch Google muss. Wenn die Speicherung
> von IP-Adressen nur in reduzierter Form zulässig ist dann muss ich das auch
> tun. Das betrifft sowohl Apache-Access-Log als auch ggf. zusätzlich
> verwendete Analysesoftware. Wenn das erreicht ist: Warum nicht.
>
> Allerdings muss man sich auch die nicht unerheblichen Möglichkeiten vor
> Augen halten, die Google mit Analytics bietet. Es stellt schon eine nicht zu
> unterschätzende SEO-Aufgabe dar, den eigenen Google-Analytics-Account
> entsprechend sinnvoll zu konfigurieren, die Konfiguration aktuell zu halten
> und die eigene Seite ständig so zu verändern, dass die Analyse dadurch
> möglichst die gewünschten Informationen liefert. Wenn ich beispielsweise
> wissen möchte, wie viele meiner Newsletteranmeldungen im letzten Jahr durch
> den kreisrunden Button auf meiner Startseite erfolgt sind, wie viele durch
> den Link in der Lightbox der Kontaktseite und wie viele durch die
> unauffällige Fußnote auf jeder Seite, wenn mir also zur Auswertung einer
> bestimmten Benutzeraktion der Bewegungsverlauf des Benutzers auf der
> Webseite wichtig ist (nicht weil ich meine Benutzer verfolgen möchte sondern
> weil mir nur so unterschiedlich erfolgreiche Marketingmöglichkeiten für das
> selbe Ziel auffallen) tu ich mich schon recht schwer, das selbst zu
> implementieren. Klar *kann* man das mit endlichem Aufwand machen. Google
> Analytics hat da aber sicherlich einige tausend Softwaredesigner- und
> -entwicklertage Vorsprung. Auf die Schnelle wird man da keine brauchbare
> Eigenlösung auf die Beine stellen können.
> Es gibt in der Hinsicht zwar halbwegs brauchbare Alternativen. Piwik wurde
> ja schon angesprochen. Aber realistisch: Nach Analytics kommt erst einmal
> ganz lange nichts, alle mir bekannten Alternative sind keine ernsthafte
> Konkurrenz zu Google Analytics.
>
>
> Mir fällt -- auch wenn das jetzt nicht hier hin gehört -- ein Spruch von
> Hagen Rether ein, der zum Thema Glühbirnen und Energiesparlampen sinngemäß
> sagt: Den Dreck kauft doch keiner. Doch, wir verbieten einfach die alten.
> Piwik zu Analytics ist fü rmich wie Energiesparlampen von vor 10 Jahren zu
> Glühbirnen: Leuchten auch, aber eben keine ernsthafte Alternative. Kann sich
> aber mit der Zeit ändern, insbesondere wenn man den gesetzlichen Druck
> erhöht.
>
>
> Zum Schluss noch wie angekündigt meine Haltung zur Frage, ob Google böse
> ist.
>
> Ich hate Google für ein äußerst zielstrebiges und inovatives Unternehmen.
> Google macht Geld in erster Linie mit Werbung und ist darin deshalb so
> erfolgreich, weil es seine Besucher kennt. Die Benutzerprofilierung ist,
> könnte man sagen, das Kapital. "Das Internet downloaden kann jeder mit
> genügend viel Netzwerk". Google hat aber mit den recht exakten Benutzerdaten
> deutlich mehr in der Hand als nur eine Kopie aller im Internet
> veröffentlichten Informationen: Nämlich auch eine Menge Informationen, die
> nicht direkt veröffentlicht sind sondern die sich erst durch Verknüpfung von
> Fakten ergeben.
>
> Das wohl letzte das Google will dürfte sein, dieses Kapital aus der Hand zu
> geben. Ich halte es für ziemlich unwahrscheinlich, dass Google seine Daten
> veröffentlicht. Dazu sind die einfach zu wertvoll.
>
> Ein weiterer Aspekt von Googles Erfolg ist aber auch, dass ihm alle Welt
> vertraut. Image. Wenn bekannt würde, dass Google mit diversen Regierungen
> zusammenarbeitet und detailierte Informationen über einzelne Benutzer
> veröffentlicht wäre dieser Rufrecht schnell im Eimer, und kurz danach die
> Werbeplattform. Deshalb gehe ich davon aus, dass Google auch aus dieser
> Sicht ein wirtschaftliches Interesse daran hat, dass meine Daten geheim
> bleiben.
>
> Viel gefährlicher finde ich in der Hinsicht die Google-Konkurrenz die
> sicherlich ähnliche Informationen erhebt, die aber nicht so präsent sind wie
> Google. United Internet wurde hier schon angesprochen. Im Vergleich mit
> Googlemail hat der GMX-Maildienst exakt die gleichen Möglichkeiten und auch
> andere Suchdienstanbieter betreiben Werbenetzwerke. Dass die
> Google-Konkurrenz mit ähnlichen Möglichkeiten wie Google diese nicht nutzen
> würde glaubt wohl niemand.
>
>
> Grüße,
>
>
>
>
> Stephan Schuler
> Web-Entwickler
>
> Telefon: +49 (911) 539909 - 0
> E-Mail: Stephan.Schuler at netlogix.de
> Internet: http://media.netlogix.de
>
> --
> netlogix GmbH & Co. KG
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>
> netlogix GmbH & Co. KG ist eingetragen am Amtsgericht Nürnberg (HRA 13338)
> Persönlich haftende Gesellschafterin: netlogix Verwaltungs GmbH (HRB 20634)
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> Geschäftsführer: Stefan Buchta, Matthias Schmidt
>
> -----Ursprüngliche Nachricht-----
>
>
> Von: typo3-german-bounces at lists.typo3.org [mailto:
> typo3-german-bounces at lists.typo3.org] Im Auftrag von Kay Strobach
> Gesendet: Donnerstag, 13. Januar 2011 15:24
> An: typo3-german at lists.typo3.org
> Betreff: [TYPO3-german] Re: Google Analytics im Visier der Datenschützer
>
> Hi,
>
> > das ist mir alles bekannt, danke für die Hinweise. Glaube mir, ich kenne
> mich sehr gut mit der Technik und den Zusammenhängen aus. Es geht doch aber
> um etwas Anderes. Was um Himmels Willen kann ich mit der Information
> anfangen, dass User XY mit der IP XX GMail nutzt?
> >
> > Setzen wir das mal in die Praxis um:
> > Der User Max Mustermann geht von der Uni mit der IP 123.123.123.123 ins
> Netz und bemüht seinen GMail-Account. Nun geht er auf eine Seite mit GA.
> Google weiß nun, dass der User Max Mustermann auf Seite XY war.
> > Hier greift die Eigenverantwortung des Nutzers. Soll er eben keinen
> GMail-Account nehmen, dann wird es die direkte Verknüpfung zu Google, seiner
> Person und seiner Adresse nicht geben können.
>
> Problem bei Google ist die Zusammenführung der Dienste.
>
> Grüße
> Kay
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