[TYPO3-german] Frontend-User mit verschlüsselten Passwörtern
David Bruchmann
david at bruchmann-web.de
Fri Mar 20 15:43:35 CET 2009
Hallo Lars,
MD5 wird nur als Fallback zu CRYPT_BLOWFISH verwendet.
"
The preferred (most secure) hashing method supported by phpass is the
OpenBSD-style Blowfish-based bcrypt, also supported with our public
domain crypt_blowfish package (for C applications), and known in PHP as
CRYPT_BLOWFISH, with a fallback to BSDI-style extended DES-based hashes,
known in PHP as CRYPT_EXT_DES, and a last resort fallback to MD5-based
salted and variable iteration count password hashes implemented in
phpass itself (also referred to as portable hashes).
"
Wie allerdings die Details ablaufen und wie die Fallback-Bedingungen
definiert sind, habe ich mir nicht angesehen.
Details zur Verschlüsselung von t3sec_saltedpw findest Du nicht im
Manual sondern auf der dort angegebenen und oben zitierten Seite
http://www.openwall.com/phpass/
In jedem Fall hast Du Passwörter, die standartisiert auch in andere
Systeme übertragen werden können, die als Sammlung sicher sind - also
nicht reproduzierbar oder nachschlagbar sind.
Gefahr bei Passwörtern ist oft gar nicht der eigentliche Datenspeicher,
sondern
1) "Man in the middle": Jemand kann die Übertragung abhören (z.B. der
Admin in der Firma) und Deine unverschlüsselte Eingabe abfangen.
2) Keylogger: Deine Eingaben werden gespeichert. Jeder Tastendruck läßt
sich aus einem Protokoll auslesen. Das ist auf fremden Rechnern sicher
schwer zu bemerken und ausserdem durch Verschlüsselung nicht geschützt.
Dort nützt der beste Logarithmus nixx.
3) Die unbedarfte Weitergabe der Original-Passwörter, ohne eine schnelle
Änderung durchzuführen, wenn ein Dritter den Zugang nicht mehr braucht.
Darunter fallen auch verlorene Spickzettel zum eigenen Zweck, offen
herumliegende Passwortlisten, etc.
4) Verwendung der gleichen Passwörter für verschiedene Accounts: wird
einer gehackt, können die anderen auch gleich verwendet werden.
Die Versschlüsselung greift erst dann richtig, wenn auf dem
Client-Rechner verschlüsselt wird, dann übertragen und ausgewertet wird.
Alles was davor, danach oder auf dem Clientrechner parallel dazu mit dem
Passwort geschieht entzieht sich jeder administrativen Kontrolle. Bei
unberechtigtem serverseitigen Zugriff oder Abhören der Übertragung hat
man durch das "Salt" zumindest eine recht hohe Sicherheit.
Da jedoch trotzdem viele unkontrollierbare Unsicherheitsfaktoren in der
obigen Liste übrigbleiben, muß der Benutzer selbst ggf. sein Passwort
öfter ändern und ggf. einen Keylogger austricksen.
Bei kb_md5fepw wird das Passwort auf dem Clientrechner wie oben verlangt
per JavaScript verschlüsselt. Wie es bei t3sec_saltedpw abläuft weiss
ich nicht, aber sollte dort genauso sein.
Die Übertragung ist dort also verschlüsselt aber nur die des Passwortes
- andere Daten können ggf. "mitgelesen" werden.
Problematisch ist, daß HTML eine reine Auszeichnungssprache ist und JS
(oder eine andere Skriptsprache) als implementierte Technik benötigt um
Verschlüsseln zu können. Rechner wo die Skriptausführung blockiert oder
nicht möglich ist, sind somit ausgesperrt und führen den gesamten
Aufwand ad absurdum. SSl verschlüsselt auf einer anderen Ebene mit
Funktionen des Betriebssystems und funktioniert meines Wissens auch ohne
Skripts in den ausgelieferten Seiten.
SSL verschlüsselt die gesamte Übertragung
http://de.wikipedia.org/wiki/Transport_Layer_Security
allerdings ist das auch keine 100%ige Garantie für Datensicherheit, da
die eingesetzten Zertifakte abgefangen, umgeleitet oder ausgetauscht
werden können. Wie das im Detail möglich ist weiss ich nicht, aber es
gibt bei heise einige gute Artikel dazu, die kannst Du ggf. selbst
suchen - bei vielen Themen sind bei Wikipedia auch Artikel von Heise
verlinkt.
Viele Grüße
David
----- Ursprüngliche Nachricht -----
Von: Lars Brinkmann <brinkmann.lars at gmail.com>
Gesendet: Freitag, 20. März 2009 14:32:34
An: German TYPO3 Userlist <typo3-german at lists.netfielders.de>
CC:
Betreff: Re: [TYPO3-german] Frontend-User mit verschlüsselten Passwörtern
> Hallo David,
>
>> t3sec_saltedpw ist die bessere Lösung und verwendet möglicherweise auch
>> md5 Verschlüsselung.
> Möglicherweise? Ich bin da aus dem Manual nicht so ganz schlau
> geworden. Ich meine, dass die Extension zwar mit MD5-Passwörtern
> arbeiten kann, diese aber nicht erzeugt.
>
> Ohne SSL soll die Extension die Passwörter im Klartext übertragen.
> Klartext heißt für mich "meinPassword" oder sehe ich das falsch?
>
>> Rainbow-Tables zurückübersetzen kann. der Logarithmus selbst erlaubt
> Das ist mir bekannt, zumindest funktioniert das sehr gut bei
> Passwörtern die im Duden stehen. "Gewinner", nicht wahr? :-)
>
> Viele Grüße, Lars Brinkmann
> _______________________________________________
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